Die richtige Blende ist in der Portraitfotografie entscheidend, da sie Schärfentiefe, Hintergrundunschärfe und die Isolierung des Motivs steuert. Mit der passenden Blendenöffnung entstehen cremige Bokeh-Effekte und professionelle Looks, die das Gesicht betonen.

Warum die Blende in Portraits so wichtig ist

Die Blende kontrolliert, wie viel Licht die Linse durchlässt und welche Bildteile scharf bleiben. In Portraits geht es darum, das Gesicht (Augen, Ausdruck) scharf zu halten, während Hintergrund und störende Elemente verschwimmen. Eine falsche Wahl macht Bilder flach oder überladen.

Optimale Blendenwerte für verschiedene Portrait-Typen

Headshots und Business-Portraits: f/2.8 bis f/4

  • Mittlere Schärfentiefe für scharfe Augen und weiche Übergänge zu Schultern/Hintergrund.
  • Perfekt für LinkedIn-Profile oder Firmenwebsites – professionell, aber nicht zu steril.

Beauty- und Fashion-Portraits: f/1.4 bis f/2.8

  • Extrem flache Schärfe für traumhaftes Bokeh und Isolierung von Hautdetails.
  • Betont Wangenknochen, Lippen und Augen; ideal mit 85mm- oder 105mm-Objektiven.

Gruppen- oder Familienportraits: f/5.6 bis f/8

  • Mehr Schärfentiefe, damit mehrere Personen gleichzeitig scharf sind.
  • Verhindert, dass Köpfe im Vordergrund andere „verschwimmen“.

Umweltportraits: f/4 bis f/8

  • Kontext (Location, Outfit) bleibt erkennbar, Gesicht bleibt dominant.
  • Gute Balance zwischen Motiv und Umgebung.

Bokeh-Effekt gezielt einsetzen

Das cremige Unschärfe-Bokeh entsteht durch:

  • Große Blendenöffnungen (kleine f-Zahlen).
  • Lange Brennweiten (85mm+ komprimieren den Hintergrund).
  • Abstand zum Hintergrund (mind. 3-5m für starke Unschärfe).

Tipp: Lichtpunkte (Laternen, Blätter) im Hintergrund werden zu runden Highlights – das Schönste am Bokeh!

Belichtungsdreieck beachten: Blende, Zeit, ISO

Ändere die Blende nie isoliert:

  • Kleinere Blende (z.B. f/8) = weniger Licht → längere Belichtungszeit oder höheres ISO.
  • Große Blende (z.B. f/1.8) = mehr Licht → kürzere Zeit, niedrigeres ISO für weniger Rauschen.
  • Stabilisator nutzen, um Verwacklungen bei langsamen Zeiten zu vermeiden.

Praktische Blenden-Checkliste für jedes Shooting

  • Vorab testen: Live-View mit Blenden-Vorschau aktivieren.
  • Augen priorisieren: Immer auf Pupillen fokussieren.
  • Hintergrund prüfen: „Lenkt er ab oder unterstützt er?“
  • Serien schießen: f/2.0, f/2.8, f/4 – später vergleichen.
  • Licht messen: Spot-Messung auf Hauttöne für korrekte Belichtung.

Die richtige Blende transformiert gute Portraits in herausragende. Experimentiere mit f/1.8 bis f/8, passe an Motiv und Licht an – und beobachte, wie deine Bilder an Professionalität gewinnen.