In der Portraitfotografie gibt es einige klassische Fehler, die Anfänger und sogar Profis machen und die das Bild sofort weniger professionell wirken lassen. Diese 5 No-Gos solltest du unbedingt vermeiden, um authentische, ansprechende Portraits zu schaffen.

1. Zu frontales Licht – flache Gesichter ohne Charakter

Frontales Licht direkt von vorne macht Portraits flach und leblos, da Schatten fehlen, die Tiefe und Struktur erzeugen. Das Gesicht wirkt ohne plastische Modellierung wie eine Maske.
Lösung: Seitliches Licht (45°-Winkel) oder Rembrandt-Licht einsetzen, um Konturen und Emotionen zu betonen.

2. Chaotische oder ablenkende Hintergründe

Ein überladener Hintergrund mit Logos, Menschen, bunten Objekten oder Linien lenkt den Blick vom Gesicht ab. Das Motiv „versinkt“ statt herauszustechen.
Lösung: Ruhige, unscharfe Flächen wählen, lange Brennweiten (85-135mm) und große Blendenöffnungen (f/2.8 oder offener) nutzen.

3. Zu symmetrische und steife Posen

Vollfrontal-Pose mit geradem Blick und starren Armen wirkt unnatürlich und wie ein Passfoto.
Fehlende Dynamik lässt das Portrait langweilig erscheinen.
Lösung: Leichte Drehung der Schultern, Gewicht auf ein Bein verlagern, Hände locker einsetzen und natürliche Bewegungen einfangen.

4. Zu starke oder unpassende Retusche

Übermäßige Glättung der Haut macht das Gesicht puppenhaft und unglaubwürdig.
Zu helle Augen oder plastisch wirkende Lippen zerstören Authentizität.
Lösung: Frequenztrennung oder subtile Dodge & Burn für natürliche Hauttextur, nur minimale Korrekturen vornehmen.

5. Fehlende Augenfokussierung und Catchlights

Unscharfe Augen oder leblose Pupillen ohne Lichtreflexe (Catchlights) lassen Portraits tot wirken.
Die Augen sind das Tor zur Seele – sie müssen scharf und lebendig sein.
Lösung: Immer auf die Augen fokussieren, Lichtposition so wählen, dass helle Reflexe entstehen (Softbox leicht über Augenhöhe).

Zusätzliche Fallen: Zu enger oder zu weiter Crop

  • Zu eng: Köpfe wirken gequetscht, Proportionen verzerrt.
  • Zu weit: Gesicht verliert an Intimität und Ausdruckskraft.

Goldene Regel: Bei Headshots ca. vom Scheitel bis halser oberhalb der Schultern, bei Brustportraits bis zur Taille croppen.

Dein Checkliste für fehlerfreie Portraits

  • Licht seitlich oder 45° positionieren
  • Hintergrund prüfen: „Lenkt er ab?“
  • Model entspannen: „Gewicht verlagern, Schultern locker“
  • Augen scharf, Catchlights prüfen
  • Crop: Gesicht füllt 60-80% des Bildes

Diese 5 No-Gos sind die häufigsten Stolpersteine – vermeide sie konsequent, und deine Portraits gewinnen sofort an Professionalität und Emotionalität.